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ACL Glossary

From ACL to full weight-bearing: the key terms around ACL injury, surgery and rehab – explained clearly and concisely.

So you understand every term in the doctor's office, in daily rehab and in the guide articles. Each entry is deliberately short and links to where a topic goes deeper.

Medicine & Surgery

ACL / VKB (vorderes Kreuzband)
Das vordere Kreuzband (englisch „anterior cruciate ligament", ACL) ist ein zentrales stabilisierendes Band im Knie, das ein Verrutschen des Schienbeins gegen den Oberschenkel verhindert. Es reißt häufig bei Dreh- und Stoppbewegungen im Sport und wird bei einer OP meist durch eine körpereigene Sehne ersetzt. More: Kreuzbandriss-Diagnose
Kreuzbandplastik / Sehnenersatzplastik
Eine Kreuzbandplastik ist der operative Ersatz des gerissenen Kreuzbands durch eine körpereigene Sehne (meist Hamstring- oder Patellasehne), die zum neuen Band umgebaut wird. Das gerissene Band wird also nicht genäht, sondern ersetzt – und muss über Monate einheilen und belastbar trainiert werden. More: OP oder konservativ?
Arthroskopie (Kniespiegelung)
Eine Arthroskopie ist eine minimalinvasive Operation, bei der über kleine Schnitte eine Kamera und feine Instrumente ins Knie eingeführt werden. Sie ist das Standardverfahren bei Kreuzband-OPs und schont das umliegende Gewebe.
Patellasehne (Transplantat)
Die Patellasehne verläuft unterhalb der Kniescheibe und wird als eines der gängigen Transplantate für das neue Kreuzband entnommen. Sie gibt viel Stabilität, kann aber anfangs zu Schmerzen vorne im Knie führen.
Hamstring-Sehne (Semitendinosus)
Die Hamstring-Sehne stammt aus der hinteren Oberschenkelmuskulatur und ist das am häufigsten verwendete Transplantat für die Kreuzbandplastik. Vorteil sind weniger vordere Knieschmerzen, Nachteil manchmal eine etwas längere Einheilphase.
Meniskus
Der Meniskus ist der knorpelige Stoßdämpfer im Knie und ist beim Kreuzbandriss häufig mitverletzt. Je nach Schaden wird er genäht oder sparsam teilentfernt – eine Begleitverletzung, die die Reha-Dauer verlängern kann.
Quadrizepssehne (Transplantat)
Die Quadrizepssehne oberhalb der Kniescheibe ist ein etwas dickeres Transplantat, das seltener verwendet wird – häufiger bei Zweit-OPs oder kräftigen Patient:innen. Sie kann die Streckkraft anfangs leicht beeinflussen.
Implantat (Schrauben/Anker)
Als Implantat werden die kleinen Schrauben oder Anker bezeichnet, mit denen das neue Kreuzband im Knochen fixiert wird. Sie sind je nach Verfahren selbstauflösend oder bleiben dauerhaft im Knochen.
Drainage
Eine Drainage ist ein dünner Schlauch, der nach der OP Wundflüssigkeit aus dem Knie ableitet. Sie wird meist nach ein bis zwei Tagen gezogen.
Hämatom (Bluterguss)
Ein Hämatom ist ein Bluterguss, der nach der OP entsteht und oft nach unten ins Bein absackt. Es sieht meist schlimmer aus, als es ist, und gehört zur normalen Wundheilung.
Wundheilung
Wundheilung beschreibt den Prozess, in dem Haut und Gewebe nach der OP zusammenwachsen. Der äußere Schnitt heilt oft schneller als das Innere – das Gewebe braucht Wochen bis Monate, deshalb ist Geduld Teil der Reha.

Rehab & Movement

Physiotherapie
Physiotherapie ist die gezielte Behandlung zur Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Stabilität nach der Verletzung. Sie ist dein regelmäßiger Begleiter durch die Reha – die eigentliche Arbeit passiert aber im Eigenprogramm zwischen den Terminen. More: Wie oft Physiotherapie?
Return to Sport (RTS)
Return to Sport bezeichnet die Rückkehr zum Sport nach einer Verletzung. Sie erfolgt nicht nach einem festen Datum, sondern nach erfüllten Kriterien: in der Regel frühestens 9 Monate nach der OP, Kraftsymmetrie, bestandene Sprungtests und die mentale Bereitschaft, dem Knie zu vertrauen. More: Bin ich bereit für Sport?
LSI (Limb Symmetry Index)
Der Limb Symmetry Index (LSI) ist das Verhältnis der Leistung des operierten Beins zum gesunden Bein in Prozent. Beim Return to Sport gilt in der Regel ein LSI von mindestens 90 % in Kraft- und Sprungtests als Orientierungsmarke. More: Return to Sport
Hop-Test (Sprungtest)
Hop-Tests sind einbeinige Sprungtests, die im Seitenvergleich messen, wie gut das operierte Bein Kraft, Kontrolle und Landung bewältigt. Übliche Formen sind Single-Hop, Triple-Hop, Crossover-Hop und 6-Meter-Timed-Hop – sie sind fester Bestandteil der Return-to-Sport-Testung. More: Return to Sport
Propriozeption
Propriozeption ist das innere Körpergefühl, mit dem du Gelenkstellung, Gleichgewicht und Bewegung unbewusst kontrollierst. Nach einer Kreuzband-OP ist sie oft gestört und wird durch Stabilisationstraining gezielt wieder aufgebaut.
Streckdefizit
Ein Streckdefizit liegt vor, wenn du das Knie nicht vollständig durchstrecken kannst. Es sollte früh erkannt und behandelt werden, weil eine fehlende volle Streckung Gangbild und Kraftaufbau nachhaltig stören kann. More: Ist das normal?
Vollbelastung
Vollbelastung bedeutet, dass du dein gesamtes Körpergewicht wieder auf das operierte Bein bringen darfst – nach ausdrücklicher ärztlicher Freigabe. Bis dahin gelten oft Teilbelastungsvorgaben, die dein Operateur festlegt.
Giving-way (Wegknicken)
Giving-way beschreibt das plötzliche Wegknicken oder Instabilitätsgefühl des Knies unter Belastung. Es ist ein Warnsignal für eine unzureichende Stabilität und sollte ärztlich abgeklärt werden – ein Grund, nicht zu früh in den Vollkontakt zurückzukehren. More: Ist das normal?
Orthese (Knieorthese)
Eine Orthese ist eine Stützschiene für das Knie, die es je nach Bauart starr ruhigstellt oder den Bewegungsumfang gezielt begrenzt. Ob und wie lange sie getragen wird, entscheidet der Operateur – üblich sind die ersten Wochen nach der OP. More: Brauche ich eine Orthese?
Gehstützen (Unterarmgehstützen)
Gehstützen (Krücken) helfen, das operierte Bein in der Frühphase gezielt zu entlasten. Wichtig ist die richtige Höheneinstellung und Gehtechnik – falsch benutzt führen sie zu Druckstellen und Fehlbelastung. More: Wann wieder Autofahren?
Reha (Rehabilitation)
Reha ist die Abkürzung für Rehabilitation und meint hier nicht nur eine stationäre Klinik-Reha, sondern den gesamten Weg zurück in Kraft, Alltag und Bewegungsfreiheit nach der Verletzung. More: Mentale Reha – der Guide
RTAA (Return to Activity Algorithm)
Der Return to Activity Algorithm (RTAA) ist ein strukturierter Test-Algorithmus für die sichere Rückkehr in Sport und Alltag. Er prüft Kraft, Gleichgewicht und Bewegungsmuster – und ob du deinem Knie wirklich vertraust. More: Return to Sport
Mobilisation
Mobilisation ist das frühe, kontrollierte Bewegen des Gelenks nach der OP. Sie ist wichtig für die Gelenkgesundheit und beugt Steifheit und einem Streckdefizit vor.
Extension / Flexion
Extension und Flexion sind die medizinischen Begriffe für das Strecken und Beugen des Knies. Beide Bewegungsrichtungen trainierst du in der Reha regelmäßig und gezielt.
Bewegungsschiene (CPM)
Eine Bewegungsschiene (CPM, „Continuous Passive Motion") ist ein Gerät, das dein Bein automatisch beugt und streckt. Sie kommt vor allem direkt nach der OP zum Einsatz, um die Beweglichkeit schonend zu fördern.
Stabi-Training
Stabi-Training sind Stabilisationsübungen für Koordination, Gleichgewicht und sichere Bewegungsmuster. Sie bauen die nach der OP oft gestörte Propriozeption wieder auf und sind zentral für den Schutz vor erneuten Verletzungen.
Open-/Closed-Chain-Übungen
Bei Open-Chain-Übungen bewegt sich das Bein frei in der Luft (z. B. Beinstrecker), bei Closed-Chain-Übungen steht der Fuß auf dem Boden (z. B. Kniebeuge). Geschlossene Übungen gelten in der frühen Reha oft als schonender fürs Transplantat.
Exzentrisches Training
Exzentrisches Training ist Muskelarbeit beim kontrollierten Nachgeben – etwa das langsame Absenken in die Kniebeuge. Es ist besonders wirksam für den Kraftaufbau, unter anderem beim Treppabgehen.
Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte Massageform, die angestaute Gewebeflüssigkeit abtransportiert. Sie hilft, Schwellungen nach der OP zu reduzieren.
Mini-Milestone
Ein Mini-Milestone ist ein kleines, sicher erreichbares Reha-Ziel wie „die erste Treppe ohne Krücken". Solche sichtbaren Zwischenziele wirken oft motivierender als große, ferne Etappenziele. More: Ein Jahr danach

Mental Strength & Psychology

Kinesiophobie (Bewegungsangst)
Kinesiophobie ist die Angst vor Bewegung oder Belastung nach einer Verletzung. Sie ist neurobiologisch nachvollziehbar – das Nervensystem verknüpft bestimmte Bewegungen mit Schmerz – und wird durch schrittweise, graduelle Exposition abgebaut. More: Angst vor Sport
Selbstwirksamkeit
Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, durch das eigene Handeln etwas bewirken zu können. In der Reha ist sie einer der stärksten Motivationsfaktoren – kleine, sichtbare Erfolge bauen sie gezielt auf.
Resilienz
Resilienz ist die psychische Widerstandskraft, trotz Rückschlägen dranzubleiben. Sie ist kein Talent, das man hat oder nicht hat, sondern lässt sich über den Reha-Verlauf entwickeln.
Post-OP-Depression
Als Post-OP-Depression wird eine anhaltende innere Leere oder Niedergeschlagenheit nach einer eigentlich erfolgreichen Operation bezeichnet. Sie tritt oft auf, wenn der akute Druck nachlässt, ist kein Scheitern – und sollte bei längerem Anhalten professionell begleitet werden. More: Kreuzbandriss & mentale Gesundheit
Coping-Strategien
Coping-Strategien sind hilfreiche Reaktionen auf Stress und Überforderung – etwa Tagebuch schreiben, spazieren gehen oder Austausch mit anderen. In der Reha helfen sie, Frust und Rückschläge zu verarbeiten, ohne sich in ihnen zu verlieren.
Dopamin
Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der für Motivation, Belohnung und Antrieb sorgt. Kleine, sichtbare Fortschritte in der Reha aktivieren dein Belohnungssystem – ein Grund, Erfolge bewusst festzuhalten.
Erlernte Hilflosigkeit
Erlernte Hilflosigkeit ist ein Zustand, in dem man glaubt, an der eigenen Lage nichts mehr ändern zu können. Sie kann nach langen Schmerzphasen oder Rückschlägen entstehen – lässt sich durch kleine, selbst herbeigeführte Erfolge aber durchbrechen.
Konditionierung
Konditionierung ist ein psychologisches Lernprinzip: Das Gehirn verknüpft durch Wiederholung Reize mit Reaktionen. In der Reha nutzt du es, indem konsequentes Üben nach und nach zur selbstverständlichen Gewohnheit wird.

Organization & Daily Life

AU (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung)
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU, „Krankschreibung") bestätigt gegenüber Arbeitgeber und Krankenkasse, dass du vorübergehend nicht arbeiten kannst. Du erhältst sie vom Arzt oder der Klinik; die Dauer richtet sich nach Heilungsverlauf und Berufstyp. More: Wann wieder arbeiten?
Reha-Sport
Reha-Sport ist angeleitetes Training in Gruppen auf ärztliche Verordnung, das die Krankenkasse in der Regel bezuschusst. Er ergänzt die Physiotherapie und hilft, nach der akuten Phase wieder ins Bewegen zu kommen. More: Was zahlt die Kasse?
Heil- & Kostenplan
Ein Heil- und Kostenplan wird bei der Krankenkasse eingereicht, wenn eine Versorgung (etwa eine Orthese oder erweiterte Physiotherapie) über das Standardmaß hinausgeht. Er dient der vorherigen Kostenzusage.
Anschlussheilbehandlung (AHB)
Die Anschlussheilbehandlung (AHB) ist eine strukturierte Reha-Maßnahme direkt im Anschluss an den Klinikaufenthalt, ambulant oder stationär. Sie wird ärztlich eingeleitet und von Kranken- oder Rentenversicherung getragen. More: Was zahlt die Kasse?
Reha-Tagebuch
Ein Reha-Tagebuch ist ein einfaches Journal für Fortschritt, Stimmung und Erlebnisse. Es schärft dein Körpergefühl und zeigt dir schwarz auf weiß, wie weit du schon gekommen bist.
Schmerztagebuch
Ein Schmerztagebuch dokumentiert Ort, Zeitpunkt und Stärke von Schmerzen über die Zeit. Es macht Muster sichtbar und hilft deinem Physio-Team, die Behandlung anzupassen. More: Ist das normal?
GdB (Grad der Behinderung)
Der Grad der Behinderung (GdB) ist eine Kennzahl, die nach schweren oder langfristigen Beeinträchtigungen beantragt werden kann. Er kann Vorteile bringen, etwa im Job oder steuerlich – ist bei einer normal verlaufenden Kreuzband-Reha aber selten ein Thema. More: Was zahlt die Kasse?
Haushaltshilfe
Eine Haushaltshilfe kann beantragt werden, wenn du durch die Verletzung im Alltag stark eingeschränkt bist und niemand im Haushalt einspringen kann. Ob und in welchem Umfang die Kasse sie übernimmt, ist an Voraussetzungen geknüpft.

Medication & Substances

Thrombose & Thromboseprophylaxe
Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das nach Operationen entstehen kann und ein ernstes Risiko darstellt. Zur Vorbeugung (Prophylaxe) dienen frühe Bewegung, ausreichend Trinken und blutverdünnende Spritzen wie Heparin/Enoxaparin – bei einseitiger Wadenschwellung mit Schmerz ärztlich abklären. More: Ist das normal?
NSAR / Antiphlogistika
NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen oder Diclofenac sind Schmerzmittel, die zugleich entzündungshemmend wirken. Sie werden in der Frühphase oft eingesetzt – Dosierung und Dauer legt der Arzt fest.
Heparin / Enoxaparin
Heparin bzw. Enoxaparin sind blutverdünnende Spritzen zur Thromboseprophylaxe. Du bekommst sie meist für einige Tage bis Wochen nach der OP, oft zum Selbstspritzen in die Bauchdecke.
Kortison
Kortison ist ein stark entzündungshemmendes Medikament, das bei ausgeprägten Reizzuständen manchmal ins Knie gespritzt wird. Es ist eine gezielte Ausnahmemaßnahme, kein Standard der Reha.
PRP / Eigenbluttherapie
Bei der PRP- oder Eigenbluttherapie wird aufbereitetes körpereigenes Blut ins Knie gespritzt, um die Regeneration zu fördern. Die Evidenz ist uneinheitlich – sie wird oft als „Wundermittel" beworben, hält dieses Versprechen aber nicht zuverlässig.

Technology & Tools

EMS / Elektrostimulation
EMS (elektrische Muskelstimulation) aktiviert Muskeln über kleine Stromimpulse und wird manchmal genutzt, um den Oberschenkel anzusteuern, wenn aktive Bewegung nach der OP noch schwerfällt. Sie ergänzt aktives Training, ersetzt es aber nicht.
Gamification
Gamification bezeichnet einen spielerischen Reha-Ansatz mit Punkten, Leveln und Belohnungen, der Motivation und sichtbaren Fortschritt fördert. Im Downloadbereich von Dranbleiben findest du dafür Formate wie das Motivationsmosaik und den Challenge-Planer.
Ganganalyse
Eine Ganganalyse wertet dein Gangbild aus, oft mit Sensoren oder Kameras. Sie wird in der fortgeschrittenen Reha oder bei hartnäckigen Problemen eingesetzt, um Fehlbelastungen sichtbar zu machen.
Muscle-Mind-Connection
Die Muscle-Mind-Connection ist die bewusste Verbindung zwischen Kopf und Muskel beim Training. Sie hilft, gezielt bestimmte Muskeln – vor allem den nach der OP oft „abgeschalteten" Quadrizeps – wieder anzusteuern.