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Chapter 3

Checklist: Life After Surgery

The first weeks at home – what to prepare and watch out for.

Für die Wochen 1–4 nach der Operation

Diese Liste ist kein Lehrbuch. Sie ist dafür da, dass du nichts Wichtiges vergisst – und dir nicht selbst im Weg stehst. Hak ab, was erledigt ist. Lass weg, was nicht zu dir passt.

01

1. Wohnung vorbereiten – vor der OP

  • Teppiche, Vorlegematten und lose Kabel aus den Laufwegen entfernt
  • Türschwellen soweit möglich entschärft (Keilmatte o. Ä.)
  • Schlafplatz ebenerdig eingerichtet – oder Treppe nur mit Geländer und klarer Regel
  • Bett/Sofa auf einer Höhe, die das Aufstehen ohne Verkanten möglich macht
  • Häufig genutzte Dinge unter Schulterhöhe und griffbereit (Medikamente, Fernbedienung, Ladekabel, Wasserflasche)
  • Badezimmer: rutschfeste Matte, Hocker oder Sitzgelegenheit unter der Dusche organisiert
  • WC-Erhöhung besorgt oder geliehen (erleichtert das Hinsetzen enorm)
  • Kühlakkus oder Eiswürfelbeutel vorrätig – mindestens 2, damit immer einer kalt ist
  • Einkauf vor der OP erledigt: haltbare Lebensmittel, Schmerzmittel auf Vorrat, Verbandsmaterial laut Entlassliste
  • Kontaktperson für die ersten 48 Stunden organisiert – jemand, der erreichbar ist und im Notfall fahren kann

Notizen:

02

2. Erste 48 Stunden – Tag 1–2

  • Bein hochlagern – Ferse höher als Hüfte, am besten auf einem Kissen oder gefalteter Decke
  • Kühlung: 15–20 Minuten alle 2–3 Stunden (nie Eis direkt auf die Haut – Tuch dazwischen)
  • Schmerzmittel nach Plan nehmen, nicht erst wenn es unerträglich ist – Schmerz lässt sich schlechter kupieren als verhindern
  • Verordnete Medikamente (inkl. Thromboseprophylaxe, falls verschrieben) vollständig und pünktlich einnehmen
  • Verband kontrollieren: nass, verrutscht, sehr straff? Arzt oder Klinik anrufen
  • Nicht allein lassen in den ersten 24 Stunden – Narkose- und Betäubungsnachwirkungen möglich
  • Trinken nicht vergessen – auch wenn du nicht viel Hunger/Durst hast
  • Krücken: nur so belasten wie vom Arzt angegeben – kein "mal kurz ohne testen"
  • Treppe: nur wenn nötig, mit Begleitung, Geländer nutzen

Notfallzeichen – sofort Arzt kontaktieren:

  • Starke, zunehmende Schwellung am Bein (besonders Wade)
  • Plötzliche Kurzatmigkeit, Brustschmerz, Herzrasen
  • Fieber über 38,5 °C
  • Wunde stark blutend, eitrig oder heiß
  • Taubheitsgefühl oder starkes Kribbeln, das nicht nachlässt

Notizen:

03

3. Erste Woche – Tage 3–7

  • Ersten Physiotherapie-Termin (falls noch nicht gebucht) vereinbart
  • Übungen aus der Klinik täglich machen – auch wenn es unspektakulär wirkt (Aktivierung Quadrizeps, Abschwellung)
  • Verbandwechsel nach Anweisung – wann, wie, womit ist in der Entlassung vermerkt
  • Nahtmaterial: Wann kommt es raus? Termin beim Hausarzt oder in der Klinik eingetragen
  • Bewegungsschiene (CPM) falls verordnet: täglich nutzen, Einstellungen nicht eigenmächtig verändern
  • Hochlagern konsequent weiterführen – auch tagsüber, nicht nur nachts
  • Arbeit formell abgemeldet: Krankenschein beim Arbeitgeber eingegangen
  • Lymphdrainage oder andere Begleittherapien – falls verordnet, Termine gebucht
  • Auf die Toilette ohne fremde Hilfe klappt? Falls nicht: Hilfsmittel und Unterstützung organisieren
  • Schmerzmittel langsam reduzieren, wenn Schmerzen das erlauben – nicht abrupt absetzen
  • Schlaf: eine Position gefunden, in der das Bein komfortabel liegt (Kissenpositionen ausprobieren)

Notizen:

04

4. Wochen 2–4

  • Belastungssteigerung nur nach Vorgabe des Arztes/Physiotherapeuten – kein Bauchgefühl ohne Rücksprache
  • Physiotherapie regelmäßig: Termine einhalten, auch wenn es "nichts bringt" – bringt es
  • Kurze Strecken zunehmend selbst gehen – aber mit Puffer, nicht bis zur Erschöpfung
  • Erste eigenständige Alltagshandlungen: Duschen allein, einfaches Kochen, kurze Wege
  • Auto fahren: erst nach ärztlicher Freigabe – rechtlich und versicherungstechnisch relevant
  • Treppe: Schritt für Schritt, mit Geländer – Fortschritt dokumentieren wenn hilfreich
  • Schlaf normalisiert sich? Falls nicht: mit Arzt sprechen, nicht einfach durchhalten
  • Psychische Anzeichen beachten – folgendes ist normal, sollte aber nicht ignoriert werden:
    • Gereiztheit, Ungeduld, Frustration über langsamen Fortschritt
    • Antriebslosigkeit, Gefühl der Nutzlosigkeit
    • Schlafstörungen, Grübeln

    Wenn es anhält oder stärker wird: offen ansprechen – mit Vertrauensperson oder Arzt. Hausarzt, Psychologin oder die Telefonseelsorge (kostenlos, 0800 111 0 111) sind ein guter erster Schritt.

  • Sport/Bewegung die geht: Oberkörperübungen, Schwimmen (nach Wundverschluss), Ergometer – nur nach Freigabe
  • Ziele setzen: was soll in Woche 4 besser gehen als jetzt? Konkret und realistisch

Notizen:

05

5. Organisatorisches – nicht vergessen

  • Krankschreibung: liegt vor und ist aktuell (gilt für die gesamte Ausfallzeit – ggf. Verlängerung holen)
  • Physiotherapie-Rezept: ausgestellt, Therapeut damit versorgt
  • Folgeuntersuchung beim Operateur: Termin eingetragen – wann, wo, Uhrzeit
  • Kostenzusage Krankenversicherung: OP und Hilfsmittel abgedeckt? Falls Privatleistungen – Rechnung aufheben
  • Hilfsmittel (Krücken, Knieschiene, CPM): sind sie geliehen, wo müssen sie zurück?
  • Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digital oder postalisch an Krankenkasse weitergegeben
  • Reha/AHB: ist eine Anschlussheilbehandlung geplant oder beantragt?
  • Tagegeld/Krankentagegeld: Arbeitgeber oder Versicherung informiert?
  • Selbständige: Einnahmenausfall dokumentieren, steuerrelevante Belege sammeln

Notizen:

06

6. Unterstützung organisieren – wen um was bitten

Es ist kein Zeichen von Schwäche, Hilfe anzunehmen. Es ist Pragmatismus. Wer jetzt auf Unterstützung verzichtet, erholt sich langsamer.

  • Einkaufen: übernimmt das für Woche 1–2
  • Fahrdienst (Arzt, Physio): steht zur Verfügung
  • Kochen/Mahlzeiten: hilft an folgenden Tagen
  • Haustier versorgen: springt ein
  • Kinder betreuen: hilft in folgenden Situationen
  • Wäsche/Haushalt: übernimmt bis auf Weiteres
  • Emotionaler Ansprechpartner: mit kann ich offen reden
  • Person für Notfälle (nachts erreichbar):

Klare Absprachen helfen. Nicht "wenn du mal Zeit hast" – sondern wer, was, wann.

Notizen:


Bonusmaterial zu "Dranbleiben – Dein mentaler Wegbegleiter nach Kreuzbandriss & anderen Verletzungen" | dranbleiben-reha.de